die Schönholzer Heide

Königin Elisabeth Christine Berlin
preussische Königin in Schönholz

1752 kaufte Königin Elisabeth Christine im Gebiet der heutigen Schönholzer Heide ein Stück Land und ließ darauf  Maulbeerbäume anpflanzen.

Maulbeer-Blätter bilden die Nahrung für Seidenraupen. Es war dies der Versuch, in Preußen eine eigene Seidenraupenzucht als Grundlage für eine eigene Seidenproduktion zu etablieren, was sich im Nachhinein als Fehlschlag erwies.

 

Wer eine Plantage mit speziellen Bäumen einrichtet, benötigte schon damals auch eine Baumschule für diese Bäume. Es gibt zwar keine schriftlichen Quellen hierzu, aber es darf vorsichtig angenommen werden, daß unsere heutige "Alte Baumschule" damals eine sehr junge Baumschule war.

Nachdem die Seidenraupenzucht im 19. Jh. wegen billiger Seidenimporte aus Asien absolut unrentabel wurde und man das Interesse an Maulbeerbäumen verloren hatte, nutzte man unsere Baumschule für die Anzucht sonstiger Baum-Setzlinge.

Volkspark Schönholz
Skizze des Volksparks Schönholz
Schönholzer Heide Berlin
Tuchmacherweg

Ab 1763 holte die Königin ausländische Kolonisten - Leineweber und Tuchmacher - auf Ihre Plantage. Der heutige Tuchmacherweg verweist auf diese Ansiedlung.

Ab ca. 1790 erhielt diese Plantagen-Kolonie die Bezeichnung Schönholz, wo in der Folgezeit etwa auf dem Gelände der heutigen Schießanlage ein Gutshaus entstand.

Schützenverein Schönholz
Schützenverein Schönholz

Da die Seidenraupenproduktion nach und nach immer weniger florierte, sank das Interesse an dem Gut. Das Gutshaus verfiel im Laufe des 19. Jh.

Ende des 19. Jh. kaufte die Berliner Schützengilde den Gebäudekomplex, um ihn für seine Zwecke umzubauen.

Zu Beginn des 20. Jh. entstanden in der Schönholzer Heide verschiedene Ausflugs-, Vergnügungs- und Sportanlagen für die Berliner.

Hier befand sich bis Kriegsende der Berliner LUNA-Park mit Riesenrad und Achterbahn, ein Sportplatz und die Ausflugs-Gaststätte "Schloß Schönholz".

Heute kann man sich all diese Anlagen kaum noch vorstellen.

Der Museums-Verbund Pankow gibt zur Beschreibung einer Kaffetasse die folgenden Informationen zum Ausstellungs-Objekt:

 

"Die Kaffeetasse stammt aus der Gaststätte "Schloss Schönholz". Sie kann in den Zeitraum zwischen 1882 und Anfang der 1920er Jahre datiert werden.
Um 1800 wurde in der Schönholzer Heide ein Gutshaus (von Loebell) erbaut, das wegen seiner aufwendigen Gestaltung den Beinamen "Schloss Schönholz" trug. Die ehemalige Gaststätte wäre unter der heutigen Adresse Hermann-Hesse-Straße 82 zu verorten.
Zwischen 1872 und 1884 war in dem Gebäude die Höhere Mädchenschule von Fräulein Henriette Jenrich untergebracht.
Im Jahre 1882 kaufte die Berliner Schützengilde das Gelände rund um das alte Gutshaus und ließ sich hier ein Schützenhaus nebst Schießplatz errichten.
Ende der 1890er Jahre wurde an der Stelle des bisherigen Gutshauses das Restaurant "Schloss Schönholz" erbaut und 1900 um einen großen Saal erweitert.
Seit 1899 ist Ferdinand Brauns als Gastwirt und zwischen 1902 und 1908 Hans Retschlag als Inhaber nachgewiesen.

1921/22 ließ der Filmregisseur und Produzent Robert Meinert das "Schloss Schönholz" für die Internationale Film AG (Ifa) zum Kunstlichtatelier umbauen. Hier wurden Stummfilme gedreht, darunter 1922 unter der Regie von Robert Meinert der Film "Marie Antoinette". "Ein Tag Film", den ersten Tonfilm der Ifa drehte 1928 der Regisseur Max Mack. Wenig später war die Filmgesellschaft Ifa gezwungen, Konkurs anzumelden.

Unter Einbeziehung des "Schloss Schönholz" entstand in der Schönholzer Heide seit 1933 Berlins größter Vergnügungspark, der "Luna-Park".
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1940 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Vergnügungsparks Berlins eine Reihe von Zwangsarbeiterlagern für unterschiedliche Nationalitäten errichtet, die im Sprachgebrauch als "Luna-Lager" bezeichnet wurden. Das "Schloss Schönholz" wurde zur Unterbringung von polnischen Zwangsarbeitern genutzt.
Das Gebäude des "Schloss Schönholz" existiert heute nicht mehr."

oberirdischer Bunker in Schönholz
Bunker in Schönholz

Ein trauriges Geschichtskapitel erlebte die Schönholzer Heide während des 2. Weltkrieges, als aus dem Vergnügungspark LUNA-Park, das Luna-Zwangsarbeiterlager wurde.

Zu Beginn des Krieges wurde hier ein Zwangsarbeiterlager für die Waffen- und Munitionsfabriken von Berlin, vor allem in Reinickendorf und Wilhelmsruh, errichtet.

Heute exiistiert noch einer von vormals mehreren oberirdischer Betonbunkern (ca. 55 Meter lang und ca. 11 Meter breit), die zur Rüstungsproduktion gebaut wurden.

Bei Bombardierungen 1945 starben über 300 Zwangsarbeiter und Zivilisten aus der Umgebung des Lagers, die auf einem Wald-Ehrenfriedhof in der Schönholzer Heide bestattet wurden. Besonders am 28.03.1945 gab es einen schweren Tages-Bombenangriff auf Niederschönhausen und Schönholzer Heide.

Noch jüngst im Jahr 2005 wurde beim Roden eines Baumstumpfes in unserer Gartenanlage eine schwere Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden und entschärt.

Rodelberg Schönholzer Heide
Rodelberg in Schönholz

Der Volkspark Schönholzer Heide kann sich rühmen, einen eigenen, künstlich aufgeschütteten Rodelberg zu besitzen.

Am nördlichen Rand wurde in den 30er Jahren des 20. Jh. durch den U-Bahn-Bau in Berlin-Pankow ein ca. 15 Meter hoher Hügel mit Erdaushub aufgeschüttet.

Im WInter wird der Hügel als Rodelberg, im Sommer oft als Fahrrad-Cross-Strecke genutzt.

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