Diplomaten im Umfeld unserer Gartenanlage

ehemalige Botschafts-Residenz
Residenz des franz. Botschafters in der DDR

Unser Stadtbezirk Pankow/ Ortsteil Niederschönhausen war vor der Wende von 1989 ein beliebter Standort für Botschaften, Residenzen der Botschafter und Wohnungen für sonstiges Botschaftspersonal ausländischer Vertretungen.

 

In diesem Umfeld lag und liegt unsere Gartenanlage.

Die DDR hatte 1989 zu weit über 100 Staaten in der Welt diplomatische Beziehungen.

Es waren 83 Botschafter in der DDR akkredietiert bzw. zweitakkreditiert. In Berlin befanden sich 77 Botschaften.

 

Da in der DDR der Gewerbe- und Wohnraum bewirtschaftet wurde, mußten den ausländischen Vertretungen die benötigten Diensträume, Residenzen, Einfamilienhäuser und Wohnungen zentral vermittelt werden. Diese Aufgabe hatte, neben zahlreichen anderen Aufgaben, das Dienstleistungsamt für Ausländische Vertretungen (DLA), das auch die Objekte verwaltete und betreute.

 

Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu über 100 Staaten stieg der Bedarf an den genannten Räumlichkeiten kurzfristig rapide an. Die Bereitstellung der Räumlichkeiten konnte nur durch Neubau und Erwerb von Grundstücken und Gebäuden in Rechtsträgerschaft des Dienstleistungsamtes erfolgen. Die Bereitstellung auf privater Grundlage war nicht möglich.

Teilweise wurden solche Grundstücke durch Inanspruchnahme-Verfahren erworben (das betraf auch Gartenanlagen). Die vorherigen Nutzer wurden großzügig entschädigt.

Im Interesse einer effektiven Verwaltung und Betreuung dieser Objekte wurde angestrebt, die ausländischen Botschaften sowie die Wohnungen ihrer Mitarbeiter zu konzentrieren. Ein solcher Standort war auch der Stadtbezirk Pankow, in dem zahlreiche Botschaftsgebäude, Residenzen usw. für ausländische Vertretungen untergebracht waren.

Botschaft Irak Tschaikowskistraße
Botschaft Irak Tschaikowskistraße

Auf dem Weg zu unserer Gartenanlage ist man zu dieser Zeit an zahlreichen Objekten, die von ausländischen Vertretungen genutzt wurden, vorbeigekommen - unsere älteren Gartenfreunde werden sich sicher noch erinnern.

Im weiten Umkreis von Pankow-Niederschönhausen - zwischen Nordendstraße, Majakowski-Ring, Florastraße und Schönholzer Weg - wurden ca. 70 Objekte als Botschaftsgebäude, Residenzen, Wohnhäuser, Schulen oder Sportanlagen für Diplomaten genutzt.

Einige solcher Diplomaten-Objekte befanden sich an nachfolgenden Standorten:

 

1. bei Anfahrt mit Straßenbahn

- Botschaft der Republik Kuba - Berliner Straße

- Zweitobjekt der Botschaft Australien - Grabbeallee

 

2. Gebäudekomplex Tschaikowskistraße

- Botschaft der Republik Irak

- Residenzen der Botschafter der Französischen Republik, des Königreiches Schweden und der Italienischen Republik

- Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten in der Hohmeyerstraße

 

3. Anfahrt mit dem KFZ (Mühlenstraße - Heinrich-Mann-Straße)

- Botschaften der Arabischen Republik Ägypten, VDR Jemen und des Staates Kambodscha (Straße 22)

- Botschaft der Volksrepublik China (Heinrich-Mann-Straße)

- Botschaften der Republik Guinea und Republik Mali (Heinrich-Mann-Straße)

- Residenz des Botschafters der FSR Jugoslawien (Heinrich-Mann-Platz)

 

4. Anfahrt mit dem KFZ (Mühlenstraße - Pfeilstraße)

- Residenz des Botschafters der Sozialistischen Republik Rumänien (Pfeilstraße)

- Residenz des Botschafters der Vereinigten Mexikanischen Staaten (Leonhard-Frank-Straße)

- Residenz des Botschafters der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (Hohmeyerstraße)

EIgenheime in der Kuckhoffstraße
neue Häuser in der Kuckhoffstraße

Unmittelbar hinter unserer Gartenanlage befand sich im Gebiet Kuckhoff-Iderfenn-Platanen-Friesenstraße eine Konzentration von 20 weiteren diplomatischen Objekten.

Hier befanden sich z.B.

- Botschaft des Königreichs Marokko

- Residenzen der Botschafter der Volksrepublik China, von Nikaragua, Iran, den Phillippinen, Mali und Pakistan

- sonstiges diplomatisches Personal

 

In der Kuckhoffstraße zwischen Zingergraben und Friesenstraße residierten Diplomaten aus:   Somalia, Spanien, Venezuela, Schweden, Dänemark und Iran.

 

Wie aus Karten vor 1970 hervorgeht, befanden sich früher Kleingärten bis zur heutigen Kuckhoff- und Platanenstraße. Es war dies eine bis dahin eigenständige Kleingartenanlage, die damals geräumt werden musste und heute nicht mehr existiert.

So mancher Nachbar hat in den damals aufgegebenen Gärten nach Baumaterial für seine eigene Laube gesucht.

Es konnte damals durchaus vorkommen, daß wir einem oder mehreren Diplomaten beim Spaziergang durch unsere Gartenanlage begegneten. Sehr aktive Spaziergänger in unserer Anlage waren die chinesischen Diplomaten - streng korrekt mit Mao-Bibel und Mao-Abzeichen.

 

Viele der vormaligen Diplomatenobjekte um die Kuckhoffstraße wurden nach der Wende verkauft, abgerissen und mit Neubauhäusern bebaut. Einige der früheren Diplomatenhäuser wurden von Privatpersonen gekauft und werden weiterhin als Wohnhäuser genutzt.

Bis 1995 haben alle Diplomaten diese Gegend verlassen.

In der Zeit zwischen ca. 1969 bis 1984 wurden viele Neubauten für diplomatische Vertretungen erbaut. Der VEB BMK IHB (Ingenieur-Hochbau Berlin) wurde mit Projektierung und  Bau einer Reihe dieser Gebäude betraut.

Es wurden vor allem 3 Gebäude-Typen entwickelt:

- Typ IHB I - Tschaikowskistraße 47

- Typ IHB II - Tschaikowskistraße 51

- Typ IHB III - Grabbeallee 34-40

 

Weitere Gebäudetypen für Diplomaten und Prominenz waren die Typen Magdeburg (mit bis zu 450 qm Nutzfläche) und Gera (mit bis zu 550 qm Nutzfläche auf 2 Etagen).

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