Geschichte des Kleingartentums

Carl von Hessen
Carl von Hessen

Am 20.07.1913 wurde unser Verein "geboren".


Jedoch gehen die Ursprünge einer Kleingartenbewegung in Deutschland bis in das Jahr 1814 zurück. In Kappel an der Schlei verpachtete der Pastor Schröder erstmals Landparzellen an Garteninteressierte.

Ab ca. 1820 enststanden in Norddeutschland erste Gartenanlagen für Arme, um durch die Vergabe von billigem Pachtland das Elend der Arbeiter durch Eigenanbau von Lebensmitteln in diesen Gärten zu lindern. Diese Armengärten wurden von dem damaligen dänischen Statthalter von Schleswig und Holstein, dem Freimaurer Carl von Hessen, ins Leben gerufen.

Verein Alte Baumschule von 1913
unsere Gründungsfahne 1913

 

Im weiteren Verlauf entwickelten sich deutschlandweit verschiedene Organisationsformen von Kleingartenvereinen:

- seit ca. 1865-1870 in Leipzig die "Schrebergärten"

- in Sachsen sogenannte Naturheil-Vereine

- In Berlin vor allem Laubenkolonisten und Gartenanlagen des Deutschen Roten Kreuzes

Die Laubenkolonisten konzentrierten sich auf die Organisierung von Gartenparzellen für Arbeiter auf Pachtland, um einfaches Obst und Gemüse (z.B. Kartoffeln) anzubauen und einfache Schuppen, Lauben o.ä. zu errichten.

Diese "Pflanzer" taten dies weniger zur Erholung, als vielmehr zur Verbesserung der Lebensmittelversorgung und Wohnverhältnisse in Berlin oder anderen Städten.

Es war dies eine Bewegung der Arbeiter "von unten".

eigene Früchte aus dem Garten
Kartoffeln frisch aus dem Garten

Im April 1901 schlossen sich die Berliner Laubenkolonisten der "Pflanzer" zur Vereinigung sämtlicher Pflanzervereine Berlins und Umgebung zusammen.

Im Jahr 1911 entstand als dessen Nachfolger der Verband der Laubenkolonisten Berlins und Umgebung,  der 1919 wiederum zum Zentralverband der Kleingarten-vereine Deutschlands umorganisiert wurde.

In diesem geschichtlichen Umfeld wurde unsere Laubenkolonie im Jahr 1913 noch vor Ausbruch des 1. Weltkrieges gegründet. War die Gründung zu dieser Zeit weise Voraussicht oder nur terminlicher Zufall?

Der 1. Weltkrieg brachte den Menschen in ganz Deutschland große Lebensmittel-Knappheit, wodurch die Bedeutung der Kleingärten für die Lebensmittelproduktion enorm anstieg.

Besonders im Hungerwinter 1916/17, dem so genannten Kohlrübenwinter, kam es zu katastrophalen Lebensmittelknappheiten. Die Kartoffelernte hatte nur 50 % des Normalertrags erbracht, wodurch die Bevölkerung mit Kohl und Steckrüben als Ersatz für Kartoffeln versorgt werden mußte.

Zwischen 1914-1918 starben in Deutschland ca. 700.000 Menschen an Hunger und Unterernährung.

Gartenlauben und Gartenleben
einfaches Gartenleben

Eingedenk der Erfahrungen aus der Zeit der Kriegsnot sah man sich von staatlicher Seite genötigt, den Kleingärtnern einen stabileren rechtlichen Gesetzesrahmen für Ihr Wirken zu geben. Hierzu wurde 1919 die "KGO - Kleingarten- und Kleinpachtland-Ordnung" in Deutschland erlassen. 1938 wurden Bestimmungen über die Förderung von Kleingärten erlassen. Diese Gesetze und Bestimmungen wurde im Laufe der Jahre verschiedentlich geändert, jedoch erst 1983 durch das Bundes-Kleingartengesetz (nochmals 2006 ergänzt) ersetzt.

VKSK in der DDR
VKSK-Vereinsheim

Nach dem 2. Weltkrieg entstand auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eine neue Form von Kleingartenleben. In den Jahren von 1948-1958 entwickelte sich eine Organisation, die 1959 als VKSK - Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintier-Züchter offiziell als Massenorganisation gegründet wurde.

Der VKSK sollte die politische, ökonomische und kulturelle Tätigkeit seiner Mitglieder fördern und außerdem der Erholung der Werktätigen dienen.

Ab 1977 wurde die verstärkte Erhöhung der Anzahl von Kleingärten beschlossen, was zur Gründung vieler neuer Gartenanlagen führte.

Im VKSK waren verschiedenste Sparten von Kleingärtnern und Kleintierzüchtern vereinigt.

Mit dem Anschluß der DDR an die BRD wurde der VKSK aufgelöst und durch eine Vielzahl von Gartenvereinen ersetzt.

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